Digitalisierung der Schweiz: Wo stehen Schweizer KMU in puncto Digitalisierung?


10. März 2020 | Autor: Emire Mustafa |  Lesedauer: 4 Minuten

Die digitale Transformation ist für Unternehmen aller Grössenordnung heutzutage unumgänglich. Digitalisierung bedeutet allerdings für viele Betriebe nicht nur eine grosse Chance, sondern auch eine grosse Herausforderung. Vor allem für den Mittelstand ist es oft nicht einfach, mit den rasanten Entwicklungen Schritt zu halten. Häufig fehlt es an Ressourcen und entsprechendem Know-how. Viele Schweizer KMU stehen deshalb zwar noch am Anfang des digitalen Wandels, haben aber nach wie vor gute Aussichten, sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten.

Was bedeutet die Digitalisierung für KMU?


Die Digitalisierung eines Betriebs hat viele verschiedene Gesichter. Ganz allgemein versteht man darunter den Übergang von analogen Prozessen, Produkten und Dienstleistungen in digitale. Zu den digitalen Technologien, die für KMU in der Schweiz generell eine Rolle spielen, gehören:

  • Digitale Plattformen: Online-Marktplätze, Sharing-Plattformen, Vergleichs- und Bewertungsportale, Suchmaschinen – charakteristisch für solche Plattformen ist, dass sich viele Nutzer darüber austauschen und sich miteinander vernetzen. Je mehr Teilnehmer, desto besser funktioniert die Plattform. Digitale Plattformen haben bereits jetzt eine wichtige Funktion im Alltag der meisten Menschen, ausserdem sind sie ein wachsender Wirtschaftsfaktor. Bewertungen von Produkten, Händlern, Dienstleistern und Firmen zum Beispiel gehören zu den am meisten gesuchten Verbraucherinformationen.

  • Soziale Netzwerke: Sie gehören genau genommen zu den Online-Plattformen, sind aber aufgrund ihres Stellenwerts und ihres Umfangs ein eigener Bereich. Auch wenn beispielsweise die Nutzerzahlen von Facebook in der Schweiz eher rückläufig sind, bleibt es doch das am meisten genutzte soziale Netzwerk, gefolgt von Instagram und Twitter. Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist auf der Social-Media-Plattform aktiv. Laut Statista haben 34 Prozent der Schweizer schon einmal etwas aufgrund der Facebook-Werbung eingekauft.
  • Apps: Wer ein Smartphone hat, nutzt auch Apps. Täglich, stündlich oder noch öfter werden sie von Handy-Besitzer genutzt, vor allem zur Information und zur Kommunikation. Apps gibt es für die unterschiedlichsten Bereiche und von verschiedensten Unternehmen, auch von KMU. Viele Betriebe haben eingesehen, dass eine mobile Website Nutzern längst nicht mehr ausreicht. Apps sind zeitgemässer, leichter, schneller, benutzerfreundlicher und flexibler.
  • E-Commerce: Online-Shopping gehört mittlerweile zum Alltag. Aber nicht nur für Waren, auch für Dienstleistungen ist der E-Commerce von grosser Bedeutung. Er umfasst neben der eigentlichen Plattform auch alle Prozesse, die einen Kauf einleiten und durchführen. Diese werden beim E-Commerce mithilfe digitaler Systeme abgewickelt. Kosten für ein Ladenlokal können so häufig eingespart werden. Ein Online-Shop kann aber auch eine sinnvolle Ergänzung vorhandener Ladengeschäfte sein.
  • Data Science: Daten sind der Schlüssel zur digitalen Welt und oft auch zum erfolgreichen Geschäft. Grosse Datenmengen zu den verschiedensten Bereichen wie Geschäftsprozesse oder Kundenverhalten werden analysiert und in Erkenntnisse umgewandelt. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse können Unternehmen zum Beispiel Produkte oder Services verbessern, neue einführen oder auch ganze Geschäftsmodelle entwickeln.
  • Internet der Dinge: „Smart Home“ lautet hier das Stichwort. Alltagsgegenstände wie Kühlschränke, Kaffeemaschinen oder Fenster werden mithilfe von Chips, Sensoren und entsprechender Software über das Internet miteinander vernetzt. Längst gehören nicht mehr nur Computer, Mobiltelefone, Tablets oder Fernseher zum Reigen der digitalen, internetfähigen Geräte.
  • Informationssysteme:  CRM und ERP gehören zu den wichtigsten Vertretern digitaler Informationssysteme. Enterprise-Resource-Planning-Software wird dabei zur Steuerung sämtlicher Geschäftsprozesse in einem Unternehmen eingesetzt, vom Marketing bis hin zu Vertrieb und Controlling. Customer-Relationship-Management-Systeme unterstützen Betriebe beim Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen mithilfe von individuellen Marketing- und Servicekonzepten.
  • Robotik: Bei der Digitalisierung geht es in diesem Bereich vor allem um die Software zur Steuerung von Robotern oder auch um reine Software-Roboter, sogenannte Bots, die zum Beispiel in Form von Chat-Bots in der Kundenbetreuung zum Einsatz kommen.

Welche Faktoren entscheiden über den Digitalisierungsgrad eines Unternehmens?


Welche dieser Technologien für ein Unternehmen im Rahmen der Digitalisierung relevant sind, hängt vor allem stark von der jeweiligen Branche ab. Das Ausmass und die Geschwindigkeit des Digitalisierungsprozesses der Schweizer KMU variieren stark. Während in der Baubranche und in der Produktion bei digitalen Strategien vor allem Massnahmen zur Steigerung der Effizienz eine Rolle spielen, ist für Dienstleistungsunternehmen vor allem die Automatisierung von Prozessen von grosser Bedeutung. Im Handel sowie dem Gastgewerbe legt man vor allem Wert auf marktbezogene und kundenspezifische Aspekte, wie zum Beispiel die Neukundengewinnung oder die Umstellung auf digitale Vertriebskanäle.

Die IKT-Branche verzeichnet unter den Schweizer KMU den bislang höchsten Digitalisierungsgrad und setzt hierbei auf neue Geschäftsmodelle, die durch den technologischen Wandel und technische Entwicklungen ermöglicht werden. Vor allem der IT-Sektor, zu dem viele kleine und inhabergeführte Unternehmen zählen, profitiert stark von der digitalen Transformation in anderen Branchen und gewinnt konstant an Stellenwert.

Ein weiterer Faktor ist die Altersstruktur in der Geschäftsführung. Umfragen unter Schweizer Firmen haben ergeben, dass der Digitalisierung und ihrer zügigen Umsetzung im eigenen Betrieb eine umso höhere Relevanz zugeschrieben wird, je jünger die Mitglieder der Geschäftsleitung bzw. die Entscheidungsträger im Durchschnitt sind. Auch die Investitionsbereitschaft in die digitale Transformation korreliert mit dem Alter.

Welche digitale Strategie ist für den Mittelstand die richtige?

 

Digitalisierung bedeutet meist nicht nur die Umstellung einzelner Systeme oder die Einführung einer neuen Software. Der digitale Wandel betrifft, je nach Branche, viele oder sogar alle Bereiche eines Unternehmens. Der erste Schritt ist deshalb, das Thema entsprechend und vor allem zentral zu priorisieren. Zu einer erfolgreichen Digitalisierungsstrategie gehört ein ganzheitlicher Ansatz, von der Anpassung der Leistungs- oder Produktangebote über die Vermarktung bis hin zum Service. Die Verantwortung dafür liegt deshalb nicht bei einer einzelnen Abteilung, wie zum Beispiel IT, Marketing oder Vertrieb, sondern sollte zur Chefsache erklärt werden. Zwar kann es für KMU durchaus sinnvoll sein, die Digitalisierung schrittweise voranzutreiben, die zu Beginn genau definierten Ziele sollten sie dabei aber nie aus den Augen verlieren und konsequent verfolgen.

Die Auswahl und Umsetzung der dafür relevanten Technologien birgt Chancen, aber auch Risiken für das jeweilige Unternehmen – vor allem finanzieller Art. Solche Aufgaben sollten deshalb fachlich kompetenten und digital affinen Mitarbeitern übertragen werden, die eigens dafür eingestellt wurden. Auch externer Expertenrat ist sinnvoller Bestandteil der Digitalisierung. Wichtig ist allerdings, die übrige Belegschaft dabei nicht aussen vor zu lassen, sondern alle kommunikativ miteinzubeziehen.

Lohnt sich für KMU die Investition in den digitalen Wandel?

 

KMU machen in der Schweiz weit mehr als 90 Prozent der Unternehmenslandschaft aus. Rohstoffarm, aber dafür reich an Technologien und Know-how, kann die rechtzeitige Digitalisierung für KMU in der Schweiz ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein, sowohl national wie auch international. Schweizer Unternehmen können diese Chance nutzen, sich durch Fortschritt und Innovation internationaler Konkurrenz gegenüber entsprechend zu positionieren. Mittel- und langfristig wird die digitale Transformation Wirtschaft, Märkte und deren Funktionsweisen grundlegend verändern. Inhaber von KMU sollten sich deshalb gut überlegen, ob sie ihren Wettbewerbern im In- und Ausland dabei zusehen möchten, wie sie an ihnen vorbeiziehen.

So haben KMU Erfolg in der digitalen Welt


Auf dem Weg zur umfassenden Digitalisierung sind viele verschiedene Schritte nötig. Einer der ersten und wichtigsten ist auch für KMU eine professionelle Webpräsenz. Die Unternehmenswebsite ist – unabhängig von der Firmengrösse – Dreh- und Angelpunkt für alle weiteren digitalen Massnahmen.

Keine Frage, Digitalisierung ist gerade für mittelständische Betriebe ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Mit MyWEBSITE von localsearch zum Beispiel können sich Unternehmen dank verschiedener Rundum-sorglos-Pakete in nur wenigen Wochen eine professionelle, individualisierte, SEO- und mobiloptimierte Website inklusive Text und Bildern gestalten lassen. Vorteilhafte All-inclusive-Preise sorgen dafür, dass die Kosten übersichtlich bleiben. Auch die regelmässige Aktualisierung und Pflege der Website trägt zum erfolgreichen digitalen Wandel bei und ist zum günstigen festgelegten Jahrespreis möglich. Die Fixpreisgestaltung gestattet dabei volle Kostentransparenz und vereinfacht für KMU die Einhaltung des verfügbaren Budgets. Die verschiedenen Pakete MyWEBSITE Basic, Standard oder Professional sind ausserdem auf unterschiedliche Anforderungsprofile zugeschnitten und ermöglichen den Firmen so, nur das zu bezahlen, was sie auch wirklich brauchen.

Damit sich die Investition in den Internetauftritt wirklich bezahlt macht, gehören allerdings nicht nur Website-Erstellung und -Pflege zum Pflichtprogramm für Schweizer KMU, sondern auch die digitale Sichtbarkeit und Auffindbarkeit. Um von (potenziellen) Kunden gefunden zu werden, müssen KMU Präsenz zeigen. Professionelle Unterstützung dabei bieten beispielsweise SWISS LIST und MyPRESENCE von localsearch durch Eintragungen bei reichweitenstarken Plattformen und ein verbessertes Suchmaschinen-Ranking. Und wer sogar noch einen Schritt weiter gehen möchte, der kann mit MyCAMPAIGNS auch ohne Vorkenntnisse professionelle Online-Werbekampagnen starten, um Verbraucher und zukünftige Kunden genau dort abzuholen, wo sie stehen: in der digitalen Welt.

Über die Autorin

Emire Mustafa ist Digital-Marketing-Enthusiastin und Junior Marketing Managerin bei localsearch (Swisscom Directories AG). Sie recherchiert für Sie spannende Berichte rund um die Digitalisierung.