Das sind die wichtigsten KMU-Marketingtrends im 2017

Autor
Dimitri Burkhard, Freitag, 6. Januar 2017

Zugegeben: Niemand hat eine Glaskugel, um mit hundertprozentiger Sicherheit in die Zukunft zu blicken. Und dennoch sind einige zentrale Mega-Marketingtrends schon jetzt unübersehbar. Wir haben nachfolgend die sieben Wichtigsten aus KMU-Sicht zusammengestellt.

Fokus auf Erlebnis-Marketing

Im 2017 soll nicht Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung im Mittelpunkt des Kundeninteresses stehen, sondern das Kauferlebnis. Vom ersten Kennenlernen bis hin zum After-Sales-Service soll die Kundschaft vollumfänglich betreut werden. Sprich: Alle Unternehmensbereiche müssen an einem Strick ziehen – nicht mehr bloss die Verkaufs- und Marketingabteilungen.

Ein Paradebeispiel ist aktuell der Boom bei sogenannten Airbnb-Angeboten: Im Gegensatz etwa zu anonymen Hotelbuchungen besteht dort die Möglichkeit, von Beginn weg eine Mitteilung an den Wohnungsvermieter zu schreiben. So kriegt dieser einen ersten Eindruck vom Miet-Interessenten und kann auf dessen Bedürfnisse eingehen.

Sinnvolle Datenauswertung

Die E-Mail-Adresse, aber auch Social-Media-Profile, hat man schnell einmal von einem Kunden oder einer Kundin. Innkünftig geht es darum, diese Informationen gezielt zu nutzen. Ist wirklich jeder Newsletter für jeden Kontakt relevant? Reagiert ein Empfänger eher auf Vergünstigungen, auf Exklusivität oder auf Neuheiten?

Für diese Erkenntnisse sind keine Big-Data-Anstrengungen notwendig, sondern oft genug das Einsetzen des gesunden Menschenverstandes. Eine häufige Todsünde ist etwa das rasche Publizieren einer Medienmitteilung auf Facebook oder ein Massenversand von E-Mails mit ein- und demselben Angebot.

Persönliche Kundenansprache ist Trumpf

Viele Produkte und Dienstleistungen lassen sich mit wenigen Tricks und Kniffen personalisieren. Anderseits reicht es oftmals, schon das Einkaufserlebnis persönlicher zu gestalten und mit mehreren Optionen auszustatten.

Persönliche Kundenansprache ist Trumpf

Warum etwa bei der Ski-Miete die Körpergrösse, das Gewicht und die Schuhgrösse erst im Laden messen? Diese Daten könnten vorab online erfasst werden, sodass der Kunde die bereitgestellte Ware nur noch im Laden abzuholen braucht. Hierzulande besonders beliebt ist etwa die Ski-Miete bei der Migros-Tochter SportXX, wo persönliche Daten bereits bei der Onlinereservation hinterlegt werden können.

Video ist King

Spannende Inhalte, seien es Blogbeiträge oder Social Media-Updates, werden auch in Zukunft «König» bleiben. Aber im Augenblick und spätestens seit «Pokémon Go» haben Videos die Nase vorn.

Gemeint sind aber nicht Sauglattismus-Clips, sondern vielmehr möglichst aussagekräftige Bewegtbilder, die Kunden eventuell sogar mittels 3D-Optik und Virtual-Reality-Gimmicks in die Zukunft nehmen. Hierzulande besonders populär ist die Boulevard-Zeitung «Blick» mit coolen 3D-Clips via der App «BlickVR».

Eine lustige, wenn auch noch etwas holprige Idee bietet etwa das Filmportal outnow.ch mit auf Schweizerdeutsch gesprochenen Film-Reviews. Und dann ist da noch das Innerschweizer Hotel Villa Honegg, das dank dem viral verbreiteten Clip einer brasilianischen Videobloggerin seine Umsätze massiv steigern konnte - wobei sich ein solch durchschlagender Erfolg natürlich nicht planen lässt.

Villa Honegg

Das Internet der Dinge im Fokus

Das Internet der Dinge («Internet of Things») wird in diesem Jahr noch wichtiger. Viele Nutzer verfügen über allerlei Sensoren, Smart-Uhren, Smart-TVs und Smartphones, die längst auch autonom via Apps mit dem Internet kommunizieren und sich laufend updaten.

Zudem treiben immer mehr Fernsehstationen - darunter auch die SRG - die Verschmelzung von Fernsehen und Internet voran. Nebst dem regulären TV-Programm kommen Konsumenten so in den Genuss zusätzlicher Multimedia-Inhalte oder Preisangeboten, ohne das Sofa verlassen zu müssen.

Bald werden auch Küchengeräte internettauglich sein und neue Kanäle werden geschaffen, die Sie marketingtechnisch sinnvoll nutzen sollten. Bis es soweit ist, sollten Sie sich im 2017 um die bestmögliche Auffindbarkeit Ihrer Website und Ihres Firmeneintrags kümmern, denn diese werden zukünftig eine zentrale Bedeutung haben. Gerne helfen wir Ihnen dabei, in Suchmaschinen gut aufgefunden zu werden - nicht zuletzt ist dies unser Spezialgebiet.

Timing ist alles

Chatbots mit künstlicher Intelligenz

Hightech-Roboterspielzeuge waren letztes Jahr zu Weihnachten absolute Bestseller. Doch längst nicht nur im Kinderzimmer hält die Technik Einzug. Immer mehr Nutzer nutzen ihre Smartphones längst nicht mehr nur zum telefonieren, sondern als persönlicher Assistent.

Roboter werden dank künstlicher Intelligenz immer lernfähiger, was sich auch auf maschinengenerierte Chats auswirkt. Ganz konkret: Wer etwa seinen Standort und andere Daten freigibt, der erhält über den Facebook Messenger bereits heute personalisierte Tipps und Empfehlungen. Ohne die App zu verlassen, kann man beispielsweise den Chatbot der Lufthansa um Auskunft zu günstigen Flugverbindungen bitten. Der hauseigene Chatbot von search.ch hingegen kennt den aktuellen Fahrplan oder das Kinoprogramm. Das Wetter kann gar abonniert werden, so dass der Messenger täglich ein Update meldet.

Timing ist alles

Eine Werbebotschaft kann so richtig nerven, wenn sie zum falschen Zeitpunkt beim Empfänger ankommt. Wer wünscht schon ein verkäuferisches Massen-E-Mail während einer morgendlichen Sitzung - oder mitten in der Nacht?

Überlegen Sie deshalb angesichts der zunehmenden Vernetzung ganz genau, welche Botschaft Sie im 2017 an welchen Adressaten auf welchem Kanal und in der richtigen Form aussenden. Nur so ist sie willkommen, wird verstanden und beeinflusst den Kaufentscheid hoffentlich positiv.

Timing ist alles