QR-Code: Der Sprung in die mobile Welt


9. September 2020 | Autor: Harry Meier | Lesedauer: 5 Minuten

Gerade feiert es sein Comeback im Marketing: Das quadratische, schwarzweiss gemusterte Symbol, das sich QR-Code nennt. Der Code ist vielfältig einsetzbar, praktisch und günstig – ideal für KMU, um Kunden in der mobilen Smartphone-Welt zu erreichen.  

Im Restaurant Primitivo in Zürich ist es zu einer Art Kunstwerk erhoben worden: Gross an die Betonwand projiziert ist ein Quadrat, das mit seinem schwarzweiss gemusterten Innenleben entfernt an ein Kreuzworträtsel erinnert. Es ist ein QR-Code, der die Gäste zur Menükarte führt – eine Hygienemassnahme, wie sie viele Restaurants eingeführt haben.


Die Brücke zur Online-Welt

Mit dem Corona-bedingten Digitalisierungsschub hat der QR-Code in jüngster Zeit im Marketing ein Revival erlebt. QR steht für Quick Response, und diese schnelle Antwortmöglichkeit ist zu einem starken Instrument geworden, um einen Kunden von der Offline-Welt in die mobile Online-Welt der Smartphones zu führen.

Denn in den letzten Monaten ist nicht nur in Restaurants geübt worden, wie das QR-Scanning funktioniert. Auch an Flughäfen, in Museen oder Geschäften auf der ganzen Welt wird der Code eingesetzt, um Dienstleistungen und Produkte ohne physischen Kontakt zu vermarkten oder Menschen zu identifizieren. In dieses Revival passt es auch, dass die bisherigen Einzahlungsscheine in der Schweiz nun einem neuen weichen, auf dem die Zahlungsinformationen in einem QR-Code gespeichert sind, auch wenn dies schon vor Ausbruch von Corona geplant war.


Günstig, einfach und robust

Die Codes sind ein günstiger Weg, viele Informationen an eine breite Öffentlichkeit zu kommunizieren. Das macht den Code auch für KMU attraktiv. Im Vergleich zu eindimensionalen Strichcodes haben die zweidimensionalen Symbole eine viel höhere Speicherkapazität und sind auch weniger fehleranfällig beim Auslesen. Der Code ist einfach zu generieren und vielfältig anwendbar: für Webseiten, Social-Media-Kanäle, Apps, PDF, Bilder und Videos bis zu WLAN-Schlüsseln und elektronischen Visitenkarten.

Unternehmen können ihre Kunden binden, indem sie via Code Details zu Produkten bereitstellen oder besondere Aktionen wie Wettbewerbe und Gutscheine bieten – praktisch alles, was im Internet angeboten wird, mit einem einzigen Scan. Ein Coiffeurgeschäft kann zum Beispiel via QR-Code auf seine Google-Bewertungen weiterleiten, wo der Kunde ein öffentliches Feedback zu seinem Besuch geben kann. Oder ein Kosmetik-Institut kann an einem Jubiläumsevent via QR-Code ein Gewinnspiel lancieren.

Mobiles Marketing

Das bedingt ein Marketing, das auf den mobilen User ausgerichtet ist. Nicht nur sollte sich das Webseitendesign an die mobilen Endgeräte anpassen. Auch ist zu bedenken, wo ein QR-Code platziert wird: Es braucht eine Internetverbindung, um den Code zu lesen – auch wenn die Funklöcher immer weniger werden, es gibt sie doch noch. Zudem muss der Code erreichbar sein, um ihn zu scannen – auf einem Plakat auf einer Autostrasse oder an einem Baukran sind da eher verschenkte Orte. Und: Der Kunde muss neugierig darauf sein, was sich hinter dem Code verbirgt.

 

Aus dem Schattendasein heraus

Obwohl der Code schon vor fast 25 Jahren für industrielle Produktionsprozesse entwickelt wurde, hatte er bisher nie so richtig Fuss gefasst im Alltagsgebrauch. Zwar nützen viele Unternehmen den Code als Marketingmassnahme, sei es auf Verpackungen oder in der Printwerbung.

Nur fand er wenig Resonanz bei den Benutzern, die ihn selten einscannten, um zu den dahinter liegenden Informationen zu gelangen. Der Hauptgrund: Der Code wurde schlichtweg nicht wahrgenommen, wie eine Umfrage der deutschen Marktforschungsplattform Appinio und des Thinktanks iBusiness noch Anfang 2020 aufzeigte.

Weiter sah ein grosser Teil der Befragten keinen Vorteil darin, den Code zu scannen. Viele wussten auch ganz einfach nicht, wie das Scannen des Codes funktioniert. Mit der seit einigen Jahren eingebauten Scanning-Funktion in neueren Smartphone-Kameras ist die Handhabung aber deutlich einfacher und schneller geworden. Und in Zeiten von Corona ist nun auch die nötige Gewöhnung an den Code dazugekommen.

Marketing mit dem QR-Code

Ein QR-Code ist vielfältig einsetzbar im Marketing. Doch damit er richtig wirkt auf die Zielgruppe, sind einige Punkte zu beachten.  

  • Wen will ich mit dem Code erreichen?
  • Wo will ich diese Zielgruppen erreichen?
  • In welchem Zusammenhang wird der Code benutzt?
  • Welcher Mehrwert kann mit dem Code geliefert werden?
  • Ist das Ziel der Verlinkung für mobile Geräte optimiert?
  • Besteht eine Mobilfunkabdeckung, wo der Code publiziert wird?
  • Kann der User den Code lange genug sehen, um ihn zu scannen? (Also nicht an Werbeplakaten an Autostrassen, aussen an Bussen oder hoch oben auf einem Baukran …)
  • Ist der Code gross genug, um gescannt werden zu können?
  • Wie gestalte ich den Code, füge ich ein Logo ein?

Quick Response – die schnelle Antwort

Der erste QR-Code wurde im Jahr 1994 von Denso Wave entwickelt, einer Tochtergesellschaft von Toyota. Der Code wurde verwendet, um Fahrzeuge und Teile während des Produktionsprozesses zu verfolgen und die Produktionsprozesse so zu rationalisieren. Gut zehn Jahre später wurden die ersten Lesesoftwares für Smartphones eingeführt, was dem Code zum Sprung aus der industriellen Anwendung ins Marketing verhalf.

Charakteristisches Merkmal, das den QR-Code von vielen anderen zweidimensionalen Codes unterscheidet, sind die drei kleinen Quadrate, die in den Ecken platziert sind. Sie helfen dem Scanner, sich auf dem Feld zu orientieren. Im Vergleich zu eindimensionalen Strichcodes haben die zweidimensionalen Symbole eine viel höhere Speicherkapazität und sind auch weniger fehleranfällig beim Auslesen.

So einfach geht die QR-Verschlüsselung

Ein QR-Code lässt sich in wenigen Sekunden erstellen.

  1. Eine Website aufrufen, die QR Codes generiert, z.B. www.qr-code-generator.com.
  2. Auf der Webseite auswählen, wohin der Code den Benutzer führen soll: zum Beispiel auf die eigene Homepage, auf ein PDF, einen simplen Text, Bilder und Videos oder auch die elektronische Visitenkarte (teilweise sind die Dienste kostenlos, teilweise kostenpflichtig)
  3. Die entsprechenden Daten eingeben
  4. Auf den Button «QR Code erstellen» klicken: der persönliche QR Code steht bereit.
  5. Entscheiden, in welchem Bildformat der Code verwendet werden soll und ihn dann herunterladen.

Über den Autor

Harry Meier begeistert sich für die digitale Welt - und die Chancen, die sich für KMU daraus ergeben. Bei localsearch (Swisscom Directories AG) kümmert er sich um alles rund um die Kommunikation. Mit seinen Blog-Beiträgen unterstützt er Schweizer KMU dabei, online gefunden zu werden, Neukunden zu gewinnen und langfristig zu binden.