Digitales Marketing: Das ABC für KMU


23. August 2019  |  Autor: Harry Meier  |  Lesedauer: 5 Minuten

Fremdwörter, Fachbegriffe und Business-Slang: «Digitales Marketing» schreckt viele Kleinunternehmer ab. Dabei ist vieles gar nicht so schwer, wie es diese Begriffe suggerieren. Zeit also, mit Vorurteilen und Ängsten rund um digitales Marketing aufzuräumen und stattdessen über die enormen Chancen zu sprechen, die sich bieten. Hier kommt unser Digitales-Marketing-ABC für KMU.

Ja, Marketing ist heute tatsächlich um einiges vielfältiger als noch vor 20 Jahren. Damals gab es nur wenige Möglichkeiten, ein Produkt zu bewerben, eine Marke bekannt zu machen und Kunden zu gewinnen. Alles war leicht zu überblicken.

Beispiel gefällig? Die grösste Boulevard-Zeitung der Schweiz hatte 1986 mehr als 1,5 Millionen Leser. Mit einem einzigen Inserat in dieser Zeitung kam man an eine grosse Mehrheit der Deutschschweizer Konsumenten ran. Das war praktisch, gleichzeitig gab es aber nur wenige Alternativen dazu.


Digitales Marketing: Hier kann sich jeder austoben

Heute sind dem Marketing hingegen kaum mehr Grenzen gesetzt und wer möchte, der kann sich hier nach Lust und Laune austoben. Unsere Welt ist digital geworden. Wir nutzen Handys, das Internet, Google, soziale Medien, Youtube, wir reservieren Restauranttische online und kaufen Kleider im Onlineshop. Überall dort, wo sich Konsumenten aufhalten, können Sie als Unternehmer mit ihnen in Kontakt treten.

Sie brauchen sich vor «Digitalem Marketing» nicht zu fürchten. Machen Sie sich vielmehr die Möglichkeiten zu Nutze, die es Ihnen bietet!

Digitales-Marketing-ABC für KMU


Klären wir jetzt, was digitales Marketing genau ist. Und wie Sie damit für Ihren Betrieb noch mehr Kunden gewinnen. Deswegen haben wir für KMU ein Digitales-Marketing-ABC zusammengestellt.

1. Was versteht man unter «Digitalem Marketing»?

Im Gegensatz zum herkömmlichen, also analogen Marketing beschreibt «Digitales Marketing» die Anwendung von Marketing-Strategien im Bereich der digitalen Medien und des Internets. Zu den digitalen Medien gehören Google, die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram und Pinterest, Youtube, E-Mail aber auch Verzeichnisse wie local.ch und search.ch.

Daher: Wer «Digitales Marketing» betreibt, der versucht, Kunden in der digitalen Welt anzusprechen, auf seine Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam zu machen und sie zu einem Kauf zu bewegen.

Damit das gelingt reicht es nicht, eine informative Webseite oder einen tollen Online-Shop zu haben und Werbung auf Facebook oder Instagram zu machen sowie ein Mal im Quartal seine Kunden mit einem E-Mail-Newsletter über neue Produkte zu informieren.

Ein ganz wichtiger Teil des digitalen Marketings ist beispielsweise SEO (Search Engine Optimisation oder Suchmaschinenoptimierung). Denn was nützt einer Schreinerei eine gute Webseite, wenn sie von potenziellen Kunden bei der Google-Suche nicht gefunden werden kann.

Und dann gibt es eine ganze Reihe anspruchsvoller Massnahmen, die für die meisten Kleinunternehmen allerdings nur wenig Relevanz haben und die man ohne weiteres beiseitelassen kann. Dazu gehört das Retargeting, A/B-Testing, Marketing-Automatisierung und so weiter. 

2. Wie nennt man «Digitales Marketing» auch noch?

«Digitales Marketing» wird oft auch als «Online-Marketing» oder auch als «Internet-Marketing» bezeichnet.

3. Marketing früher vs. Marketing heute

Der Marketing-Gedanke ist heute immer noch derselbe wie früher. Marketing stand schon immer für «die gezielte und zielgruppenorientierte Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten an den Bedürfnissen des Marktes insbesondere das Anpreisen und Anbieten von Waren und Dienstleistungen».

Geändert haben sich lediglich die eingesetzten Mittel und Methoden, mit denen man das erreicht. Kurz: Statt der Papierzeitung und Kundenkartei steht heute das Internet im Zentrum aller Tätigkeiten.

4. Ist digitales Marketing dasselbe wie digitale Werbung?

Digitale Werbung ist Teil des digitalen Marketings. Zum digitalen Marketing gehört aber noch viel mehr, wie beispielsweise ein Online-Reservationssystem oder eine Software für das Kundenbeziehungsmanagement.

Einfach gesagt: Die digitale Werbung macht ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Unternehmen bekannt. Digitales Marketing hingegen geht noch einen Schritt weiter. Es ist nicht nur die Grundlage, um die Bekanntheit zu steigern, sondern macht die gesamte Firma für Kunden attraktiver und somit wettbewerbsfähiger. 

5. Welche Marketing-Möglichkeiten habe ich als KMU

Die gute Nachricht gleich vorweg: Kein KMU ist zu klein, um digitales Marketing zu betreiben. Gleichzeitig haben Sie haben beinahe unbegrenzte Marketing-Möglichkeiten. Alle digitalen Errungenschaften wie Handy, E-Mail, soziale Medien u.v.m, die Sie heute schon privat benutzen können Sie spielend leicht für Ihr Marketing einsetzen.

Hier einige Beispiele und Ideen, wie Sie Ihre Firma digital «vermarkten» können:

  • Webseite für Ihre Firma
  • Social Media Präsenz (Facebook, Instagram, etc.)
  • Social Media Werbung
  • SEO (Search Engine Optimisation, bzw. Suchmaschinenoptimierung oder auch Google-Optimierung)
  • SEA (Search Engine Advertising, bzw. Suchmaschinenwerbung oder auch Google-Werbung)
  • Newsletter-Marketing
  • Einträge in allen relevanten Verzeichnissen (local.ch, search.ch, Google My Business,  Bing, Navigationsgeräte der Autohersteller, etc.)
  • Online-Reservationssystem
  • Elektronisches Kundenbeziehungsmanagement
6. Ist mein Unternehmen überhaupt für digitales Marketing geeignet?

Grundsätzlich ist digitales Marketing überall und völlig unabhängig von der Branche einsetzbar. Ob Ihr KMU nun ein Coiffeurbetrieb, eine Schreinerei, eine Buchhandlung, ein Bio-Laden, eine Autowaschanlage, ein Treuhandbüro oder was auch immer ist: Mit digitalem Marketing können Sie Kunden auf sich, Ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam machen. 

7. Muss ich als Unternehmer ein Profi in digitalem Marketing sein?

Nein, Sie müssen kein Marketing-Profi sein. Sie sollen sich auf Ihr Kerngeschäft fokussieren. Trotzdem gehört es heute einfach dazu, sich als Unternehmer mit Marketingfragen auseinanderzusetzen. Je besser Sie darüber Bescheid wissen, desto kompetenter können Sie entscheiden, welche Massnahmen sich für Ihr Unternehmen eignen.

Geht es dann an die Umsetzung, dürfen Sie sich gut informiert an Agenturen oder Dienstleister wenden und können mit Ihren Ansprechpartnern auf Augenhöhe diskutieren. Und sollten Sie eine Passion für digitales Marketing entwickeln, dann spricht nichts dagegen, auch selber Hand anzulegen. 

8. Ist digitales Marketing teuer?

Digitales Marketing muss nicht teuer sein. Viele Massnahmen sind sogar kostenlos. So können Sie beispielsweise ein Instagram-Profil für Ihren Blumenladen eröffnen und Ihre Kunden dazu einladen, dem Profil zu folgen. Und dann veranstalten Sie gleich noch einen Wettbewerb, um Ihre Follower zu aktivieren.

Richtig ist aber auch, dass man durchaus grosse Summen ins digitale Marketing investieren kann. Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising, SEA) ist ein solcher Posten. Ein Beispiel: Das Restaurant Le Lion in Genf will auf Google für sich werben. Sucht jemand nach «Gutes Restaurant in Genf», dann soll zuoberst in den Suchresultaten Le Lion erscheinen. Weil Genf aber sehr viele Restaurants hat, die alle auch bei Google werben, kostet diese Topposition unter Umständen viel.

Es lohnt sich daher, sich vertieft mit digitalem Marketing auseinanderzusetzen oder professionellen Rat in Anspruch zu nehmen, um sein Budget effizient und effektiv einzusetzen. 

9. Ich möchte digitales Marketing betreiben. Wo soll ich beginnen?

Machen Sie sich erstmal einen Plan und schreiben Sie sich auf, was Sie erreichen möchten. Das kann zum Beispiel sein: «Ich möchte neue Kunden gewinnen» oder «Ich möchte mit meinen bestehenden Kunden mehr Umsatz machen» oder «Ich will bekannter werden».

Dann überlegen Sie sich, wie sich dieses Ziel (zumindest theoretisch) erreichen lässt. Haben Sie sich vorgenommen, neue Kunden zu gewinnen, dann könnte eine Werbekampagne bei Google das Richtige für Sie sein. Wollen Sie mit bestehenden Kunden mehr Umsatz erzielen, dann hilft vielleicht ein Treueprogramm dabei. Und wollen Sie in Ihrer Region bekannter werden, dann sind unter Umständen gesponserte Facebook-Posts das wirksamste Mittel. 

10. Wohin entwickelt sich digitales KMU-Marketing?

Digitales Marketing ist enorm dynamisch. Wer heute ein Crack ist, dessen Wissen ist morgen vielleicht bereits veraltet. Hier taucht plötzlich ein neues Gerät auf, da kommt unerwarteterweise eine ausgefeilte neue Anwendung zum Zug und dort ist die künstliche Intelligenz schon viel weiter, als man eigentlich annahm.

Wie sich das digitale Marketing weiterentwickeln wird, kann man daher nur erahnen. Allerdings scheint eines klar: KMU müssen sich mit digitalem Marketing auseinandersetzen, ob sie wollen oder nicht. Vieles spielt sich heute im Internet ab – Kunden reservieren Termine online, sie nutzen Voice-Search, um etwas zu finden und sie werden schon bald Kühlschränke besitzen, die beispielsweise Milch selbständig nachbestellen. KMU müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten – nur so bleiben sie auch in Zukunft wettbewerbsfähig.

Über den Autor

Harry Meier begeistert sich für die digitale Welt - und die Chancen, die sich für KMU daraus ergeben. Bei localsearch (Swisscom Directories AG) kümmert er sich um alles rund um die Kommunikation. Mit seinen Blog-Beiträgen unterstützt er Schweizer KMU dabei, online gefunden zu werden, Neukunden zu gewinnen und langfristig zu binden.